Money makes the world go round
Donnerstag, den 20. August 2009
Eine meiner wenigen unerfüllten Phantasien war lange, einmal im Leben Sex für Geld zu haben. Die Vorstellung, dass mir jemand einen Hunderter oder auch zwei in die Hand drückt damit ich ihm einen blase oder er mich ficken darf fand ich total erregend, aber ich hätte niemals etwas unternommen, dies in die Realität umzusetzen. Dank Alex ist meine Phantasie aber letzte Woche wahr geworden.
Er rief mich am Montag an und sagte, ich solle mal auf einer bestimmten Seite im Internet die “Sie sucht Ihn m.f.I.”-Inserate anschauen. Im dritten Inserat stand (natürlich nur sinngemäss
) “Verdorbene, private Fetisch-Eheschlampe lässt sich am Samstag ab 21°° von sauberen, gepflegten Stechern zwischen 25 und 50 für 200.- durchficken. Ort wird per E-Mail bekannt gegeben.” Ich fragte ihn, ob er eigentlich noch ganz bei Trost sei, verspürte aber gleichzeitig ein geiles Kribbeln beim Gedanken daran, was am Samstag alles passieren könnte. Die nächsten Tage wurde ich jedoch immer nervöser. Was, wenn niemand kommen würde? Oder irgendwelche ekelhaften Typen? Alex hatte mir zwar versprochen, dass er solche nicht ranlassen würde aber man konnte ja nie wissen… (weiterlesen…)

Simona setzte sich auf’s Bett in ihrem gemütlichen Hotelzimmer und liess sich noch einmal die Ereignisse der letzten paar Tage durch den Kopf gehen. Sie hatte sich so auf diesen Urlaub gefreut, da sie ihren Freund seit Monaten nur noch sporadisch gesehen hatte. Martin hatte sich vor einem halben Jahr selbständig gemacht und arbeitete praktisch Tag und Nacht um seine Einmann-Firma bekannt zu machen. Geplant waren zwei ungestörte, hoffentlich sonnige Wochen in einem abgelegenen Hotel auf Kreta, in denen sie endlich einmal wieder Zeit für einander haben würden. Doch vor zwei Tagen war das Unfassbare geschehen. Simona, die wusste, dass Martin keine Zeit haben würde seine uralte Badehose zu ersetzen, hatte ihm eine neue, topmodische gekauft und wollte ihm diese als Überraschung in seine Wohnung bringen. Sie hatte extra vorher angerufen, um sicher zu sein, dass Martin im Büro sein würde, was er ihr auch versichert hatte. Aber als sie seine Wohnungstüre mit ihrem Schlüssel öffnete war ihr sofort klar, dass ihr Leben so wie es jetzt war zu Ende war. Denn durch die halbgeöffnete Schlafzimmertüre sah sie, dass Martin keineswegs in seinem Büro war, sondern sich gerade ausgiebig mit einer üppigen Blondine vergnügte. So intensiv, dass er sie nicht einmal bemerkte. Sie machte auf dem Absatz kehrt und rannte aus dem Haus ohne sich noch einmal umzudrehen. Wut machte sich breit in ihr. Wie lange dauerte das schon? Wann hatte Martin begonnen, sie anzulügen? Sie konnte es kaum fassen, wusste aber gleichzeitig, dass es unwiederbringlich zu Ende war mit ihrer über vierjährigen Beziehung.
Vor langer, langer Zeit, als Handys noch eine Rarität waren und man sich darauf verlassen konnte, dass das Wetter an der Streetparade gut sein würde, war Ruby mitten in den Vorbereitungen für diesen für sie schönsten Tag des Jahres. Ruby hiess eigentlich Rebecca aber wegen ihrer leuchtend roten Haare wurde sie schon von klein auf immer nur Ruby gerufen. Sie hatte gerade ihr Filmstudium abgeschlossen und wohnte vorübergehend bei ihrer Hippie-Mutter in der Agglo von Zürich bis sie im Oktober in ihre erste eigene Wohnung ziehen würde. Es klopfte an der Tür und ihre Mutter steckte den Kopf rein. “Du Ruby, könntest du mir einen Gefallen tun? Da du heute ja eh in die Stadt fährst könntest du Miriam doch das Gras mitbringen, das sie bei mir bestellt hat.” Rubys Mutter hatte eine kleine aber feine Hanfplantage im Keller und verkaufte das Gras, das sie selber nicht brauchte, zum Freundschaftspreis. 






